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2. Internationaler 50km-Ultramarathon des RLT Rodgau 

Die Bedingungen waren wieder hart. 

Der Sieger in sehr guter Zeit. 

„War das Wetter in diesem Jahr schlimmer oder im letzten Jahr?“, war eine vieldiskutierte Frage in der Turnhalle des TSV Dudenhofen nach dem Lauf. Beim Start herrschten für einen Ultramarathon gute Bedingungen,

es war zwar kalt (4-5 °C), aber trocken und kaum windig. Nach 90 Minuten ging es richtig los: es regnete teilweise in Strömen und ein heftiger Sturm setzte ein. Jede Faser der Laufkleidung wurde durchnässt, der kalte und heftige Wind kühlte die Muskulatur aus. 51 der 155 gestarteten Läufer brachen in dieser Phase erschöpft, demoralisiert, unterkühlt oder aus Angst vor Muskelverletzungen den Lauf ab, darunter alle, die für Außenstehende offensichtlich zu leicht bekleidet an den Start gingen. Unter denen, die das Rennen vorzeitig beendeten, waren mit Ulrich Grallath vom MTP Hersbruck, Torsten Zervas von der LG Seligenstadt, Volkmar Mühl und Dr. Dr. Lutz Aderhold vom SSC Hanau-Rodenbach sowie Joachim Quaiser vom RLT Rodgau auch viele Läufer, die im Endergebnis ganz weit vorne erwartet wurden, die aber in der Vorbereitung auf die kommende Saison nicht zu viel riskieren wollten. Bei den 104 Läufern, die das Ziel nach 50 km erreichten, stellte sich nach dem Lauf das befriedigende Gefühl ein, eine harte und schwierige Herausforderung gemeistert zu haben, was die Motivation steigert, die für das umfangreiche Ultramarathon-Training so wichtig ist. 

Der Rennverlauf:

Nach dem Startschuß von der 1. Stadträtin Frau Ripper ging Stanislav Lazyuta, ein 28jähriger Polizist aus Chernovtsy in der Ukraine (100km-Bestzeit 6:47), sofort vor Ulrich Grallath in Führung und baute seinen Vorsprung bis zum Schluss immer weiter aus. Er erreichte das Ziel in einer auch international beachtlichen Zeit von 3:03:56 Stunden mit über 8 Minuten Vorsprung. Ulrich Grallath, der Sieger vom Vorjahr, hielt den zweiten Platz genau so lange wie das Wetter hielt. Als in der sechsten Runde der kalte Regen und der heftige Sturm einsetzten, musste er das Tempo verringern und wurde von dem zweiten Läufer aus der Ukraine, dem 33jährigen Dozenten Sergiy Lavrenyuk, überholt, der von Beginn an auf dem dritten Platz lag und am Ende mit 23 Minuten Vorsprung Zweiter wurde. Nach der siebenten Runde stieg Ulrich Grallath bei km 35 mit stark unterkühlter und verhärteter Muskulatur aus, wie übrigens auch die anderen Läufer, die mit kurzen Hosen und z.T. kurzärmlig an den Start gegangen waren. Mit einer hervorragenden Renneinteilung wurde Stefan Melchior von Saucony Saar am Ende Dritter und bester Deutscher in 3:35:15 Stunden, womit er seine Zeit aus dem Vorjahr, als er auf den 9. Platz kam, um fast eine halbe Stunde verbesserte. Dabei profitierte er vom Aussteigen von Torsten Zervas von der LG Seligenstadt, der bei km 40 mit 4 Minuten Vorsprung auf dem 3. Platz liegend ohne von außen erkennbaren Grund locker von der Strecke lief. Dicht hinter Stefan Melchior lag während des gesamten Rennens Walter Wagner vom TV Mannheim-Rheinau, der von seiner Frau Constanze betreut wurde, die wegen Sehnenbeschwerden im Fuß leider selber nicht starten konnte. Dicht hinter Walter Wagner (übrigens der Einzige, der sich noch härtere Bedingungen gewünscht hätte) kamen Thomas Hock vom TV Haibach, Peter Heim von der IGL Reutlingen und Robert Wimmer vom SC Roth 1952 auf die Plätze 5 bis 7. 

Durch den Ausfall von Constanze Wagner absolvierte Birgit Lennartz-Lohrengel von der LLG Sankt Augustin ihr „Renntempo-Training“ ohne weibliche Begleitung. Mit 3:49:56 Stunden war sie zwar witterungsbedingt etwas länger als geplant unterwegs, es reichte aber sicher für den 1. Platz bei den Frauen. Um den 2. Platz kämpften Ulrike Steeger von der Troisdorfer LG M.U.T. und Julia Alter vom TSV Talheim. Julia Alter begann sehr verhalten im 5er-Schnitt. In der vierten Runde wurde sie schneller und konnte Ulrike Steeger, die über die volle Distanz sehr konstant lief, überholen. Im Ziel hatte Julia Alter mit 4:03:01 Stunden gut drei Minuten Vorsprung vor Ulrike Steeger. 

Gut behaupteten sich auch die einheimischen Läufer in diesem Feld. Gerhard Walper war mit 4:02:52 Stunden der Schnellste vom veranstaltenden RLT Rodgau und kam im Gesamtfeld auf den 19., in seiner Altersklasse auf den 2. Platz. Kurz dahinter folgten Markus Müller von der LG Offenbach (21. gesamt, 10. AK), Werner Jäger vom RLT (22. gesamt, 3. AK) und Hermann Fongar von der TGM Jügesheim (30. gesamt, 4. AK). Mit Heinrich Appel (4:35:25, 3. AK), Rainer Bergert (4. AK), Reinhardt Schulz (3. AK) und Cordula Ott (2. AK), alle vom RLT Rodgau sowie Ruth Jäger (1. AK) von der TGM Jügesheim erreichte viele der einheimischen Läufer ein Platz auf dem Treppchen. 

Trotz der harten äußeren Bedingungen äußerten sich die meisten Teilnehmer sehr positiv über die Veranstaltung. Die freundliche, familiäre Atmosphäre vor, während und nach dem Lauf, die gute Versorgung der Läufer auf der Strecke, der Streckensprecher, der über fast jeden Läufer etwas erzählen konnte, sowie das reichliche, kostenlose Frühstück in der Halle für alle, die dort übernachtet hatten, wurden am häufigsten genannt. Ronald Nickel aus Rüdesheim freut sich auf die dritte Auflage des Laufs durch die „Rodgauer Seenplatte“, ebenso Walter Wagner auf die „Hölle von Rodgau“. Auch die Veranstalter wollen weitermachen und trotz des Wetters an dem Termin Ende Januar festhalten. Der große Zuspruch von den Läufern (201 Anmeldungen) und die vielen freiwilligen Helfer, die für die gute Atmosphäre verantwortlich sind, machen dem Veranstalter die Entscheidung leicht. Am 26.01.2002 wird wieder gestartet – bei jedem Wetter! 

Auch die Läufer aus der Ukraine, deren Teilnahme wegen Probleme bei der Visaerteilung sehr lange fraglich war, werden wieder eingeladen. Es ist für uns kaum vorstellbar, welche Strapazen die Gruppe für die Visa, die An- und Abreise auf sich nehmen musste, um an dem Lauf in Rodgau teilzunehmen. Für die 3000-km-lange Rückfahrt von Rodgau nach Sevastopol auf der Krim haben sie über 90 Stunden nur im Auto verbracht, weil vor allem in der Ukraine winterliche Straßenverhältnisse nur Geschwindigkeiten zwischen 30 und 40 km/h zuließen. Die Betreuer vom RLT Rodgau waren beeindruckt von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Ukrainer, aber auch von der Armut und den schwierigen Verhältnissen in ihrem Land. 

Zum Abschluss die Antwort auf die Eingangsfrage: Im letzten Jahr waren die Bedingungen noch härter, da das Wetter schon vom Start ab so grauslich war. 

Hier noch einige Bilder zur Auswahl, die auf Wunsch gern im jpg-Format, die meisten auch als Negativ oder Foto zur Verfügung gestellt werden können.

   
Stadträtin Frau Rippert mit den beiden RLT-Vorsitzenden                           Läufergruppe mit RLTlern

  
Die Sieger: Stanislav Lazyuta und Birgit Lennartz

  
Die 3 Erstplatzierten W und M


Hier wurden die Läufer versorgt.

(rs)

   
© Rodgau-Lauftreff e.V.