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50 km Ultramarathon RLT Rodgau - Tanz im Schnee 

Der letzte Samstag im Januar – in Rodgau ist Ultramarathonzeit. Die 14. Auflage des 50 km Ultramarathon auf der Bestzeit-fähigen 5 km Strecke stand auf dem Programm. Der Lauf geht in die Cup Wertung der Deutschen Ultravereinigung (DUV) ein und ist Bestandteil der IAU-50K-Trophy.

 

Ca. 1000 Voranmeldungen versprachen wieder einen großen Läuferandrang und der Veranstalter wurde nicht enttäuscht. Die Laufveranstaltung des RLT Rodgau hat sich zum Klassiker in der Laufszene entwickelt und so ist es nur verständlich, dass sich zum Saisonauftakt internationale und nationale Laufbegeisterte an der Gänsbrüh in Dudenhofen einfinden. Nach den Kapriolen der letzten Tage war auch die Wetterprognose günstig, so dass dem Organisationsteam nur noch der Zustand der Strecke Sorgen bereitete. Der ca. 2 km lange Asphaltanteil konnte Dank helfender Hände von Eis und Schnee befreit werden. Einzig die restlichen 3 km Wald- und Feldwege, die bereits fest getreten waren, sollten noch einmal mit Splitt oder Sand bestreut werden. Doch die Vertreter der Stadt hatten es gut gemeint und streuten am Laufmorgen nicht nur Splitt, sondern auch Salz. Dieser Umstand sollte den Läufern noch schwer zu Schaffen machen. 

Pünktlich um 10.00 Uhr schickte Vereinsvorsitzender Wolfgang Junker 735 Läuferinnen und Läufer auf die Runde. Spätestens am Ende der ersten Runde war jedem Teilnehmer klar, dass dieser Lauf viel Schweiß, Tränen und Blut kosten würde, da über die Hälfte der Strecke bereits in Schneemehl überging und das Laufen erheblich beschwerte. 

Nur einem schien dies überhaupt nichts aus zu machen. Er flog fast über die Strecke, selbst in der 10. Runde: Florian Neuschwander. Das 31-jährige Leichtgewicht vom Trierer Stadtlauf e.V. hatte bei der Anmeldung bereits einen neuen Streckenrekord in Aussicht gestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatte es allerdings auch noch nicht geschneit. Seine Siegeszeit von 3:08:47 ist gleich den Siegzeiten aus den schneefreien Vorjahren 2007 -2011, einzig 2010 hatten die Läufer auf dem letzten km vor dem Ziel mit Schneemehl zu kämpfen. Bei normalen Wetterbedingungen hätte er seine Prognose auf einen neuen Streckenrekord sicher wahr gemacht. Seinen Verfolgern, dem zweitplatzierten 37-jährigen Ukrainer Oleksandr Holovytskyy vom SC Kovel mit 3:15:56 und dem ebenfalls 37-Jährigen drittplatzierten Carsten Steger von der Skivereinigung Amberg mit 3:17:43 ließ er keine Chance. Besonders beachtenswert ist, dass diese Drei bei den gegebenen Bedingungen ein Tempo von mehr als 15 km/h an den Tag legten. 

Dramatisch verlief es bei den Frauen. Astrid Staubach von der LG Vogelsberg, Siegerin 2011 und Zweitplatzierte 2012 hatte sich doch noch zum Lauf angemeldet und führte 10 Runden die Frauenwertung an, wurde dann aber auf „den letzten Kilometern“ noch von der 14 Jahre jüngeren Schweizerin Franziska Etter mit 4:01:58 geschlagen und mit 4:03:44 wieder auf den zweiten Platz verwiesen. Auch auf dem dritten Platz war die Vorjahresdritte Gabriele Werthmüller von der LG Derendingen(SUI) mit 4:10:49 zu finden.

Wie in den letzten Jahren wurden die Läufer beim Runden-Durchlauf von der Streckensprecherin Gabi Gründling vom laufticker.de begrüßt. 

Zum Teil lag es auch an der guten Streckenverpflegung bei KM 0,8; dass doch 449 Läufer, darunter 97 Läuferinnen bei den erschwerten Bedingungen das Ziel erreichten. Die freundlichen und aufmunternden Worte der Helfer motivierten den einen oder anderen Haderer immer noch eine Runde anzuhängen. Dem „guten Riecher“ unseres Vereinsvorsitzenden Wolfgang Junker war es zu verdanken, dass die Helfer im Außenbereich einheitlich mit warmen Winterjacken ausgestattet wurden und so auch gut von den Läufern erkannt werden konnten. Aber auch den Organisatoren im Vorfeld, den Streckenposten und -helfern, Helfern im Zielbereich und in der Halle sowie auf dem Parkplatz und natürlich auch den fleißigen Kuchenbäckern u.s.w. gilt unser Dank. Denn ohne die Hilfe der vielen Freiwilligen wäre so eine Veranstaltung nicht möglich. 

Von den 15 Startern des RLT Rodgau erreichten 11 das Ziel: Ein Kopf an Kopf Rennen lieferten sich Thomas Fischer und Markus Müller. Auf der zweiten Hälfte hatte Thomas mehr Puste und konnte wieder an Markus vorbeiziehen und in 4:15:54 finishen, dicht gefolgt von Markus in 4:16:24. Eindrucksvoll zeigte sich bei diesen Bedingungen auch Hartmut Wirth in 4:37:46, er errang damit Platz 5 der M60 und lag nur ein paar Minuten hinter Platz 3. Noch gar nicht fit fühlte sich Bärbel Fischer. Sie konnte mit einer Zeit von 4:53:23 gerade noch ihre erste und langsamste 50-km-Zeit unterbieten. Besser in Form war Dorothee Wirth – sie siegte in ihrer neuen AK W60 mit 4:56:11. Und auch Webmaster Reinhardt Schulz konnte mit 5:07:50 den 2. Platz auf den Siegerpodest der M70 einnehmen. Bei seinem zweiten Versuch auf der 50 km Distanz finishte Andreas Stücker in 5:20:01 und damit in persönlicher Bestzeit. Sven Kempe erreichte das 2. Mal in folge das Ziel trotz langer Verletzungspause in 5:39:31. Stolz war auch  Walter Steckenreiter beim seinem 2. Versuch, als er die  Ziellinie mit persönlicher Bestleistung in 5:53:51 überquerte. Ulli Schauberger, bereits mehrfach in Rodgau auf der 50-km-Strecke, nahm sich unterwegs des Debütanten Stefan Möller an, bremste ihn, als er zu schnell loslief, motivierte ihn und beide erreichten glücklich das Ziel in 5:55:05 Stunden. 

Den Bedingungen nicht gewachsen fühlten sich: Mathi Seebacher, er brach nach 40 km in 4:24 ab, die Debütanten Adam Kratz nach 35 km in 3:29 und Christian Kanert nach 30 km in 3:16 und bereits Mehrfach-Finisher Klaus-Uwe Gerhardt nach 20 km in 2:12.

(t+b f)

   
© Rodgau-Lauftreff e.V.